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Natur zum Anfassen - Unterricht für IB-Schüler auf der Lotseninsel

Blog-Eintrag   •   Jun 27, 2018 11:23 CEST

Die Lotseninsel Schleimünde (Foto: Sven Meier/Stiftung Louisenlund)

Die Lotseninsel in Schleimünde ist ein idyllischer Ort mit Salzwiesen, Windwatt und Röhricht sowie Brutplätzen für die Küstenseeschwalbe. Zu erreichen nur über den Wasserweg. Nicht unbedingt ein Ort, bei dem man an Schule und Unterricht denkt. Die Louisenlunder Lehrer Uwe Bertsch und Christian Helm jedoch schon.

Mit dem schuleigenen Forschungsschiff „Kurt Hahn“ begaben sich die Schüler des englischsprachigen Pre-IB auf eine fünftägige ökologische Exkursion genau dorthin. Weg aus dem Unterrichtsalltag zwischen vier Wänden, bei dem hauptsächlich die Lehrkräfte und Bücher einem erzählen, welch unglaubliche Anzahl an Lebewesen sich in der Ostsee und Schlei befinden und das die Küstenseeschwalbe zur Ordnung der Regenpfeiferartigen gehört. Für die Schüler bietet solch eine Exkursion einen enormen Mehrwert. Es ist so, als wenn aus einem Stumm- und Schwarz-weiß-Film auf einmal ein klangvoller Farbfilm wird. Alles viel intensiver. Gerüche, Geräusche, Bewegungen. Alles echt und anfassbar. Das können Bücher heutzutage noch nicht leisten.

Auf der Exkursion ging es in erster Linie darum den Schülern das Schulfach „Biology“ in vielen Facetten näher zu bringen und schmackhaft zu machen. Schließlich haben die Schüler ab dem kommenden IB Year 1 die Möglichkeit, „Biology“ im Standard- oder Higher-Level zu belegen. Grundsätzlich geht es darin um das Erforschen von Konzepten, Theorien und Modellen die dem Fachgebiet der Biologie zu Grunde liegen. Dadurch sollen die Schüler ein Verständnis für unterschiedliche wissenschaftliche Methoden entwickeln, sich aber auch Gedanken machen, was nötig ist, um das Ökosystem Erde und die zahlreichen Lebensräume für Menschen und Tiere intakt zu halten.

Biologielehrer Uwe Bertsch und Exkursionsleiter Christian Helm haben in den fünf Tagen zahlreiche unterschiedliche Experimente und Untersuchungen unternommen, die den Schülern sichtlich Freude bereiteten. Sei es die Entnahme und Untersuchung von Wasserproben, die Analyse und Bestimmung von Kleinstlebewesen aus dem Meer oder das Erlernen von unterschiedlichen Fangmethoden mit Keschern und Schleppnetzen. Das hat zwei Schüler so fasziniert, dass sie sogar am Abend ohne Auftrag durch die Lehrer, freiwillig und auf eigene Initiative die Wathosen angezogen haben und mit dem Kescher auf Fischfang an den Strand gezogen sind. Dabei haben sie prompt eine Aalmutter im flachen Wasser zwischen den Felsen gefangen. Die durfte dann aber nach einer Viertelstunde Bestaunen im Klarsichteimer und Fotoshooting wieder zurück in die Ostsee.

Uwe Bertsch und Christian Helm ziehen ein absolut positives Fazit der Exkursion. Nicht nur das Wetter spielte mit und ließ den Naturraum Lotseninsel zu einem kleinen Sommerparadies werden, auch die Schüler zeigten sich begeistert davon, dass Unterricht zu einem nachhaltigen Erlebnis werden kann.